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Flaurling Gries im Sellrain Hatting Inzing Kematen Oberperfuss Pettnau Polling in Tirol Ranggen Reith bei Seefeld Sellrain St. Sigmund Unterperfuss Mg. Zirl

 

 


Kläranlage / Abwasserreinigung

Funktionsschema 2010

 

Rechen

Das Abwasser gelangt über den Hauptsammler in die Kläranlage. Als erste Maßnahme wird die Zulaufmenge, die Wassertemperatur, der ph-Wert sowie der Verschmutzungsgrad des Abwassers registriert.
Die im Abwasser mitgeführten Grobstoffe werden von zwei im Zulaufgerinne montierten Rechen mit einer Spaltbreite von 6 mm entfernt. Zur Verminderung des Rechengutes wird dieses in einer Waschanlage ausgewaschen und auf ca. 50 % des Feststoffgehaltes reduziert. Der verbleibende Rest in einen Container abgeworfen und schließlich auf einer Deponie entsorgt. An dieser Stelle im Klärwerk wird sichtbar, wieviel Abfall noch fortgespült wird, der nicht in eine Kanalisation gehört.

 

Sand- und Fettfang

Der Sandfang läßt durch bauliche Maßnahmen das Abwasser langsamer fließen, wodurch schwere Stoffe, wie mitgeführter Sand und Kies, absinken. Das Sandfanggut wird regelmäßig geräumt und entsorgt. Beim belüfteten Sandfang wird Druckluft zum Auftreiben von Fett- und Schwimmstoffen eingesetzt, die dann mittels einer Fettfangvorrichtung entfernt werden.

 

Biologische Abwasserreinigung

Durch die biologische Reinigung werden organische Schmutzstoffe aus dem Abwasser entfernt. Die Reinigung wird von Mikroorganismen, vor allem von Bakterien, durchgeführt, so wie dies bei der natürlichen Selbstreinigung in Gewässern der Fall ist. Wir nutzen die in der Natur vorgefundenen Reinigungsverfahren in den von uns errichteten technischen Anlagen und vermeiden dadurch eine Verschmutzung der Gewässer. Biologisch gereinigtes Wasser ist nicht mehr fäulnisfähig, klar, durchsichtig und hat die Beschaffenheit von Abwasser verloren.
Die Schmutzstoffe im Abwasser bestehen zum überwiegenden Teil aus Kohlenstoffverbindungen, Stickstoffverbindungen und Phosphorverbindungen. Wenn die Bakterien die Schmutzstoffe (Kohlenstoffverbindungen) als Nahrung benötigen, wird einerseits das Abwasser sauber, anderseits vermehren sich die Bakterien. Für den Aufbau der Bakterienmasse (Überschußschlamm) werden Stickstoff- und Phosphorverbindungen benötigt, die damit aus dem Abwasser entfernt werden, so wie dies gesetzlich vorgeschrieben ist. Mit dem Schlamm, der die Kläranlage verläßt, wird also immer auch ein wesentlicher Teil des Stickstoff- und Phosphorgehaltes aus dem Abwasser entfernt.

 

Belebungsverfahren

Für die biologische Reinigung gibt es unterschiedliche Verfahren. In Zirl hat man sich für das am häufigsten angewandte System, dem Belebungsverfahren, entschieden. Die wesentlichen Einrichtungen für das Belebungsverfahren sind das Belebungsbecken, die Belüftungseinrichtung, das Nachklärbecken sowie das Rücklaufschlammpumpwerk.
Das mechanisch vorgereinigte Abwasser fließt in das Belebungsbecken der biologischen Reinigungsstufe. Dort bauen Kleinstlebewesen, wie Bakterien, die im sogenannten Belebtschlamm enthalten sind, die organischen Schmutzstoffe des zugeführten Abwassers ab. Die Mehrzahl dieser Bakterien braucht hiefür Sauerstoff. Dieser wird über eine feinblasige Druckbelüftung in das Becken geblasen.
wie schon oben erwähnt, entsprechen die Vorgänge im Belebungsbecken den Selbstreinigungsmechanismen der natürlichen Gewässer, mit dem Unterschied, dass diese hier durch hohe Organismendichte in viel stärkerem Maße als in der Natur ablaufen. Um diese hohe Organismendichte im Belebungsbecken zu erhalten, wird ein Teil des sich in der Nachklärung absetzenden Schlammes bzw. Bakterienmasse immer wieder in das Belebungsbecken zurückgeführt (Rücklaufschlamm).

 

Nachklärbecken

Im anschließenden Nachklärbecken werden die Bakterien der Belebtschlammflocken vom gereinigten Abwasser getrennt. Nachklärbecken arbeiten physikalisch, d.h. der Belebtschlamm setzt sich auf den Beckenboden ab. Der nicht in das Belebungsbecken zurückgepumpte Schlamm wird als Überschußschlamm zur Schlammbehandlung zugeführt.

 

Stickstoffentfernung

Die beiden Schritte zur Entfernung des Stickstoffes aus dem Abwasser heißen Nitrifikation und Denitrifikation. Durch verfahrenstechnische Einrichtungen wird den Mikroorganismen eine entsprechende Umgebung geboten, um damit den im Abwasser enthaltenen Stickstoff enternen zu können. Bei der Nitrifikation wird das hauptsächlich vorliegende, stechend riechende Ammonium in zwei Stoffe oxidiert. Zunächst wird das Ammonium in Nitrit und dann in Nitrat umgewandelt. Die eigentliche Arbeit leisten dabei wieder die Bakterien, denen man ausreichend Raum, Sauerstoff und Zeit lassen muß. Bei der Denitrifikation helfen Bakterien, die unter sauerstoffarmen Bedingungen Nitrat zu Sauerstoff und Stickstoff umwandeln. Dabei wird Stickstoff in Gasform frei und entweicht in die Atmosphäre. Der Sauerstoff wird von den Bakterien veratmet.
Um den unterschiedlichen Bedingungen - Nitrifikation sauerstoffreich, Denitrifikation sauerstoffarm - gerecht zu werden, sind für beide Verfahren getrennte Bauwerke erforderlich.

 

Phosphorentfernung

Phosphorverbindungen können nur über den Klärschlamm aus dem Abwasser entfernt werden. Ein geringer Teil des Phosphors im Abwasser wird zum Aufbau der Bakterienmasse benötigt.
Ein weiterer Teil der Phosphorverbindungen im Abwasser wird durch Zugabe von Fällungschemikalien, wie Metallsalze oder Kalk, in eine feste unlösliche Verbindung umgewandelt und mit der Überschußschlammentnahme aus dem Nachklärbecken dem Abwasser entzogen. Da die Handhabung dieser Technik recht einfach ist, ist sie weit verbreitet. Das biologisch gereinigte Abwasser wird über eine Ringleitung aus dem Nachklärbecken zum Vorfluter Inn abgeleitet.
Als letzte Maßnahme wird die Ablaufmenge, die Wassertemperatur, der ph-Wert sowie die Restwerte von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor kontrolliert und in Protokollen aufgezeichnet.

 

Betriebsgebäude

Im Kellergeschoß sind Pumpraum, Kalksilo, zwei Gebläseräume, der Heizraum und Lagerräume untergebracht. Über einen Lastenaufzug können Lasten zwischen Keller und Erdgeschoß transportiert werden.
Im Erdgeschoß sind, durch einen Windfang von der Halle abgeschlossen, der Aufenthaltsraum, das Labor, die Schaltwarte sowie getrennte Naßräume für Damen und Herren und ein Abstellraum vorhanden. In der Halle sind Rechen, Sandklassierer, Fäkalienübernahmestation und Müse untergebracht. Dazwischen liegen Werkstätte und Garagen.
Im Obergeschoß sind drei Buroräume, ein Besprechungsraum, ein Archiv, Naßräume, eine Garderobe und eine Kaffeeküche untergebracht.